Evita

Eva Maria Duarte de Perón

Eva Maria Duarte de Perón war eine Frau aus einfachen Verhältnissen. Sie wurde in der argentinischen Pampa als Tochter eines Estancieros geboren. Als sie 15 Jahre alt wurde, verließ sie ihre Heimatstadt Junín und ging nach Buenos Aires, die Hauptstadt des Landes. Dort wollte sie eine Arbeit als Schauspielerin finden. Sie bekam jedoch nur einige kleinere Rollen beim Theater und im Film, erhielt dann eine Anstellung beim Radio. Im Jahr 1944 nahm Eva Maria Duarte an einem Konzert zugunsten der Opfer des Erdbebens von San Juan teil und traf dort zum ersten Mal den General Juan Domingo Perón. Er stand zu jener Zeit dem argentinischen Arbeitsministerium vor. Perón war von ihr begeistert. Ein Jahr spätere heirateten beide. Juan Perón wurde 1946 zum argentinischen Staatspräsidenten gewählt und Evita betätigte sich im Arbeits- und Sozialministerium. Sie unterstütze ihren Ehemann während seiner zwei Amtsperioden durch ihr Charisma und durch ihre Fürsorge den Armen des Landes gegenüber. Sie wurde so zum Engel der Armen. Sie gründete die Stiftung Eva Perón, die Häuser für Bedürftige errichtet. Evita schuf Hilfsprogramme für Kinder und erweiterte den Sozialetat zugunsten der Ausgaben für die Armen. Außerdem gab sie Kleidung und Essen auch direkt an die Armen. Evita setzte sich stark für die sozial Schwachen in Argentinien ein. Auf ihr Wirken geht ein Gesetzt zurück, dass alten Menschen in Not eine Rente zusichert. Evita gründete die Partido Peronista Femenino, die Peronistische Frauenpartei, und setzte 1947 das Wahlrecht für Frauen durch.
Während des Wahlkampfes Peróns für eine zweite Wahlperiode als Präsident forderten die Massen in den Straßen Evita solle Vizepräsidentin werden. Zunächst nahm sie diese Forderung an, verzichtete dann aber wegen des Widerstandes der Militärregierung. Evita starb am 26. Juli 1952 an Krebs. Kurz vor ihrem Tod sagte sie die berühmten Worte: „Ich komme wieder, und ich werden Millionen sein.“ Sie hätte sicher nicht gedacht, dass diese Worte wahr werden würden: Evita genießt in Argentinien den Status einer Heiligen. Und man glaubt es kaum: viele Argentinier haben sich beim Vatikan für eine Heiligsprechung Evitas eingesetzt. Viele Argentinier nennen sie „Unsere liebe Frau der Hoffnung“.
Zu einer Ikone geworden ist Evita auch auf der Ebene der Popmusik, in dem gleichnamigen Hollywood-Musical mit Madonna in der Hauptrolle. Spätestens seit diesem Film ist sie weltbekannt geworden.

Die andere Seite Evitas

Hört man den Namen Evita, so verbindet man damit soziale Gerechtigkeit und Hilfe für Arme. Doch es gibt auch eine andere Seite von Evita. Umstritten ist ihre gemeinsame Regierungszeit mit ihrem Mann Juan Perón. Beide beherrschten das Land Argentinien mit starker Hand, ja eiserner Faust, ließen Oppositionelle einsperren und kritische Zeitungen verbieten. Das amerikanische Time Magazine bezeichnete sie einmal als uneheliches Kind; sie ließ dieses Heft verbieten. 1947 reiste Evita nach Europa, doch der Buckingham Palace empfing sie nicht.
Nichtsdestotrotz: Evita hat den Armen des Landes wirklich geholfen und die Gleichberechtigung der Frauen auf alle Bereiche des argentinischen Lebens ausgedehnt.

Erinnerungen an Evita

Wer nach Argentinien kommt und in die Hauptstadt Buenos Aires, der sollte ihr Grab auf dem Recoleta-Friedhof besuchen oder aber das Museo Evita.In dem Museum findet man historische Fotos, Videos, Bücher, alte Plakate und Zeitungensartikel. Aber auch die Garderobe Evitas: Kleider, Schuhe, Handtaschen, Blusen und Hüte.