Boca Juniors und La Bonbonera

Boca Juniors – der Verein Gottes. Überirdisch oder Gott, das ist Diego Maradona für seine Fans. „Maradó, Maradó“,  jubeln sie ihm zu. Der Mann mit der Nummer 10 auf dem Trikot ist für sie eine Ikone. Im Stadion von Boca Juniors, seinem Fußballverein, hat er eine Ehrenloge.  Diego Maradona stieg zum Fußballgott auf, als er vor 20 Jahren seine Mannschaft im Alleingang zur argentinischen Meisterschaft führte. Wenn er im Stadion ist, schießen Leuchtraketen in den Himmel und die Massen kreischen.
DAS Highlight des argentinischen Fußballs ist das Aufeinandertreffen der beiden in Buenos Aires ansässigen Vereine Boca Juniors und River Plate. Es ist das sportliche Großereignis des Jahres in der argentinischen Hauptstadt. River gegen Boca, das ist wie Feuer und Benzin – explosiv.  Und für Explosionen ist „La Bombonera“, die Pralinenschachtel, wie das Stadion der Boca Juniors genannt wird, auch konstruiert. Die Tribünenränge sind steil übereinander gebaut, so dass möglichst viele Menschen auf kleiner Fläche Platz finden können. 57.000 Zuschauer fasst das Fußballstadion. Es gibt kaum ein Stadion, in dem die Gastelf so eingeschüchtert werden kann, wie in der Bonbonera von Boca. Hautnah spüren die Spieler die Zuschauer; die Ränge enden unmittelbar an der Seitenlinie. Es wird bedrohlich, wenn Boca im Rückstand ist. Aber auch, wenn Boco gewinnt; denn dann feiern die Fans.
Wenn Boca Juniors auf River Plate trifft, dann kocht es im Kessel. Zunächst schneit Toilettenpapier auf den Rasen bis er fußhoch bedeckt ist. Dann fliegen tote Hühner von den Tribünen. Die Fans singen dabei: „Wer nicht springt, ist ein Hühnchen.“ Hühnchen sind die Fans von River Plate, von denen sich nur ein paar in die Bonbonera trauen. Sie sind der Feind. Alle Boca-Fans hüpfen bis das Stadion bebt. Dann ertönt der schrille Anpfiff. -
Fußball ist eine Leidenschaft der Argentinier. Er gibt ihnen Halt im Alltag, und Abwechslung. Für viele Argentinier ist der Alltag hart und karg.